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Wie SketchUp den Ausbau eines 56.650 m2 großen Biowissenschaftscampus erleichtert

Von den Anfängen als Zwei-Personen-Labor für die Produktion von Plasmid-DNA bis hin zum Großunternehmen mit 56.650 m2 großem Campus – für Aldevron war SketchUp stets die zuverlässige Konstante für Architektur- und Designprojekte. Wir unterhielten uns mit den versierten SketchUp-Nutzern Matt Chambers, Strategieleiter bei Aldevron, und Chris Fischer, leitender Architekt des Architekturbüros BWBR, über 3D-Details und die Zusammenarbeit zwischen BWBR und Zerr Berg zur Realisierung der architektonischen Ziele für den neuen Aldevron-Campus.

Aldevron campus designed in SketchUp

Verbindungsgang zwischen den Gebäuden auf dem Aldevron-Campus

Der Empfangsbereich von Aldevron

Verschiedene Ansichten des neuen Aldevron-Campus unter Verwendung von SketchUp und Lumion.

Matt, beschreiben Sie uns das Unternehmen Aldevron und die Entwicklung Ihrer Funktion im Laufe der Jahre.

Aldevron ist ein internationales Unternehmen mit Sitz in Fargo, North Dakota (USA), das sich im klinischen Bereich und in den Forschungsgemeinschaften einen Namen als Anbieter von Plasmid-DNA, RNA und Proteinen gemacht hat. Als ich 2000 bei Aldevron begann, handelte es sich noch um ein aufstrebendes kleines Start-up. Unser Team war damals noch viel kleiner, wir mussten also vieles selbst anpacken. 

In diesem Zusammenhang habe ich SketchUp ausprobiert, um die Laborneugestaltung bei der operativen und logistischen Planung zu unterstützen. Ich wurde zum „visuellen Stenografen“: Ich setzte mich mit den Wissenschaftler:innen zusammen, um die Raumplanung zu besprechen, und fertigte Entwurfsskizzen nach ihren Wünschen an. Mithilfe von SketchUp kann ich Architekturvisualisierungen in 3D erstellen und anderen somit echt wirkende, detaillierte Einblicke bieten.

"Mit SketchUp konnten wir schnell mögliche Räume innerhalb des Gebäudes erstellen und spontan iterieren. Es war außerordentlich hilfreich, dass wir von Anfang an präzise Messungen vornehmen und die Räume und Gebäude in 3D visualisieren konnten. So ließen sich Änderungen mit unserem internen Kunden – den Wissenschaftler:innen – problemlos besprechen."

Erste Laborentwürfe mit SketchUp

SketchUp-Modell des Labors

Aldevron Lab entworfen mit SketchUp

Die Anfänge bei Aldevron: Umgestaltung eines kleinen Labors zum Lyseraum.

Als Aldevron immer größer wurde, beauftragten wir Zerr Berg und dessen Designpartner BWBR mit der Vergrößerung unseres Campus im Einklang mit unserem Erfolg und Wachstum. Aktuell befinden sich ZBA, BWBR und Gehrtz Construction Services in Phase 1 des Ausbaus unseres 56.650 m2 großen Campus.

Chris, erzählen Sie uns von BWBR und Ihrer Rolle im Aldevron-Projekt.

BWBR ist ein erfolgreiches Architekturbüro, dessen Ziel es ist, außergewöhnliche Räume zu schaffen. Der Hauptfokus unserer Arbeit liegt auf komplexen Umgebungen. Aufgrund unserer Designerfahrung für den Wissenschafts- und Technologiesektor wurden wir gemeinsam mit Zerr Berg Architects gezielt für dieses Projekt ausgewählt. Ich bin einer der leitenden Designer bei BWBR und betreue das Designteam bei diesem Projekt. Dank einer kompetenten und entscheidungsstarken Eigentümergruppe wurde unser Designteam bisher hervorragend über Aldevrons Prozesse und Ziele informiert und angeleitet. Uns geht es darum, die höchstmöglichen Designansprüche der Kund:innen unter Berücksichtigung von Funktion, Zusammenstellung, Budget, Nachhaltigkeit und Belastbarkeit zu erfüllen. 

Können Sie uns mehr über den neuen Campus und dessen Design verraten?

Aldevron befindet sich in der anfänglichen Ausbauphase eines 56.650 m2 großen Campus in Fargo, North Dakota. Fargo ist ein bedeutsamer Standort für Aldevron, da er eine Verbindung zu den Gründungswurzeln und den wichtigen Beziehungen der Gegend herstellt. Michael Chambers, Gründungs-CEO und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, studierte an der North Dakota State University in Fargo und pflegt nach wie vor enge Beziehungen zur Universitätsgemeinschaft.

Michaels Unternehmensvision und der Grundstückserwerb in der Nähe des Fargo-Campus von Microsoft führten wesentlich zur Erarbeitung eines umfassenden Grundrisses für den Bebauungsplan. Aktuell befassen wir uns näher mit der Bauphase der neuen Produktionsstätte neben dem bestehenden Gebäude, die die Produktionsanforderungen eines stark wachsenden Unternehmens erfüllen soll. Angesichts des derzeitigen Wachstums und der damit einhergehenden veränderten räumlichen Bedürfnisse müssen wir die Kapazitäten dieses Standortes deutlich erweitern.

Der Bebauungsplan sieht eine Erweiterung der biologischen Produktionsanlage und die Entwicklung von Gebäuden für Verwaltung und F&E vor.

Geplanter 14 Hektar großer Aldevron-Campus

Vogelperspektive auf die gesamte geplante Anlage.

Materialien, Zusammensetzung und Grundriss der Gebäude wurden zweckorientiert ausgewählt und an die Unternehmensziele von Aldevron angepasst: Die Architektur ist innovativ und zukunftsorientiert und setzt gleichzeitig auf Funktionalität und Effizienz auf dem gesamten Campus. Im gesamten Gebäude spiegelt sich somit eine klare und moderne Atmosphäre wider, die die Marke Aldevron wohlüberlegt repräsentiert. Dabei haben wir auch die Themen Tageslicht, Aussicht, Offenheit und Anpassbarkeit berücksichtigt.

Wenn man sich dem Gebäude aus dem Nordwesten nähert, fällt die 7,5-Meter-Auskragung ins Auge, die aus dem zweistöckigen Gebäude hinausragt und großflächig verglast ist. Ein zwischen bestehenden und neuen Gebäuden gelegener Innenhof schafft eine physische und visuelle Verbindung zwischen den Büro- und Produktionsbereichen.

Aldevron-Gebäude

Aldevron-Campus

Dieser Bereich schließt an die Büroräume an, die sich über die gesamte Grundfläche erstrecken, um das natürliche Tageslicht optimal zu nutzen. In regelmäßigen Abständen untergebrachte Aufenthaltsbereiche, die von allen Arbeitsplätzen aus leicht erreichbar sind, sorgen für eine interaktive und gemeinschaftliche Atmosphäre. 

Die Produktionsstätte ist zentral im Erdgeschoss untergebracht. Im Gegensatz zu den offeneren Büroräumen ist die Produktionsstätte aufgrund der vertraulichen Art von Arbeit, die hier erfolgt, eher privat gehalten. Sie kann dennoch im Rahmen von organisierten Führungen besichtigt werden.

Das Nord-Produktionsgebäude ist aufgrund des örtlichen Klimas über einen modernen Glasdurchgang mit dem bestehenden Gebäude verbunden.

Aldevron Innengebäude mit ausgestellten mechanischen Verteilersystemen

Die mechanischen Verteilersysteme wie Luftzufuhr, akustische Schallwände und Beleuchtung sind im Design sichtbar, um den Räumlichkeiten ein effizientes und industrielles Ambiente zu verleihen.

Aldevron Innengebäude mit ausgestellten mechanischen Verteilersystemen

 

Was können Sie uns über die Konstruktionsanforderungen erzählen?

Es gab einige Konstruktionsanforderungen, die auf die spezifischen Bedürfnisse des Unternehmens und der Branche zurückzuführen sind. Die größte und wichtigste Herausforderung war, dass es sich um eine Anlage nach GMP-Standard (Good Manufacturing Practice) handelte. Für GMP-Anlagen sind die Bestimmungen und Dokumentationen der US-amerikanischen Food & Drug Administration (FDA) und anderer Behörden einzuhalten. Wir haben Erfahrung in der Gestaltung von GMP- und anderen wissenschaftlichen und technischen Gebäuden, konnten jedoch zusätzlich auf das Wissen des Kundenteams zugreifen, das mit uns an der Entwicklung dieser einzigartigen Umgebung arbeitet. Da der Kunde seine Prozesse so gut kennt, konnten wir die Produktionsanforderungen wohlüberlegt in das Design einarbeiten.

Zu den weiteren wichtigen Anforderungen gehörten mehr Parkplätze, eine Verbindung mit dem bestehenden Gebäude und die Gestaltung flexibler, gemeinschaftlicher Räumlichkeiten mit Tageslicht. 

Wir haben uns frühzeitig im Entwurfsprozess mit unserem Ingenieursteam zusammengesetzt, um eine ausgewogene Mischung aus Verglasung und Tageslicht zu schaffen. Die hohe Glasfassade würde für jede Menge Tageslicht sorgen, doch wir mussten auch sicherstellen, dass Blendung und Überhitzung nicht zum Problem werden würden. Anstelle einer Sonnenschutzvorrichtung im Innenbereich, die bei nachlässiger Kontrolle zum Wartungsproblem werden kann, entschieden wir uns für eine Keramikfritte. Eine 40%ige Keramikfritte auf dem Glas schützt vor Wärmestau und blendendem Licht. Gleichzeitig kann Tageslicht einfallen und auch die Aussicht ist ungehindert möglich. Die westlichen Fassaden wurden zusätzlich mit 1’-0”-Vertikalprofilen an den Pfosten der Vorhangwand geschützt.

Aldevron Innengebäude mit ausgestellten mechanischen Verteilersystemen

Aldevron Innengebäude mit ausgestellten mechanischen Verteilersystemen

Wir möchten für diesen Campus eine fließende Architektur, die sich flexibel an Wachstum und schnelle Entwicklungen anpassen lässt. Wir berücksichtigen zukünftige Anforderungen im Bebauungsplan und achten gleichzeitig darauf, dass die aktuelle Arbeit wirtschaftlich tragbar bleibt.

Aldevron Außengebäude

Wie sieht Ihr typischer Design-Workflow aus?

Unser Workflow sieht einen hybriden Ansatz mit SketchUp als hauptsächlichem Designtool vor. Entweder importieren wir aufwendige Elemente (Pfeiler, Träger, Balken, Geländersysteme und Treppen) von Revit in SketchUp oder wir modellieren die Struktur direkt in SketchUp.

Wenn wir zur Entwicklung des Innenbereichs kommen, importieren wir eine Mischung aus DWG-Dateielementen aus Revit und 3D-Warehouse-Modellen. 

"3D Warehouse bietet einen riesigen Mehrwert. Wir sparen unglaublich viel Zeit, wenn wir Dinge wie Möbel und Beleuchtung nicht von Grund auf modellieren müssen."

Davon ausgehend modellieren wir Designhandlungen und geben die Materialien in SketchUp ein.

Neuer Eingang auf dem Aldevron-Campus

Blick auf den „Campuseingang“ des neuen Verwaltungsgebäudes.

Wenn alle wichtigen Dinge ihren Platz gefunden haben, passen wir das Design an die Anforderungen und die Marke der Kund:innen an. Nach Ausarbeitung der Designideen unseres Teams bereiten wir eine Kundenpräsentation vor. Wir rendern das Modell in Lumion und exportieren Echtzeitbilder. Anhand der fotorealistischen Renderings können sich unsere Kund:innen die Räumlichkeiten im Endzustand besser vorstellen.

Worin liegen für Sie und das Aldevron-Projekt im Speziellen die Vorteile von SketchUp?

"Unser Team verwendet SketchUp als hauptsächliches Designtool, weil es so flexibel, einfach und schnell zu handhaben ist. Andere Softwares, die wir ausprobiert haben, waren uns zu umständlich – insbesondere für die Entwurfsplanung."

SketchUp lässt sich einfach unkompliziert und flexibel nutzen. Wir können unsere Designideen damit schnell in 3D festhalten. Bei diesem Projekt ermöglichte es uns eine effiziente und präzise Entwurfsplanung in kürzester Zeit. Wir hatten weniger als einen Monat Zeit, um die Außenausführung und die Animation des schematischen Gestaltungskonzepts des Bebauungsplans zu entwerfen.

Über Aldevron

Aldevron ist ein führendes Biowissenschaftsunternehmen. Seine individuellen Dienstleistungen aus Entwicklung und Herstellung unterstützen Wissenschaftler:innen weltweit mit wesentlichen Komponenten für die Forschung und bahnbrechende Entdeckungen. Aldevron versteht sich als ersten Ansprechpartner, wenn es um die Herstellung von Plasmid-DNA, mRNA, Proteinen, Enzymen und anderen Biopharmazeutika für die globalen Gesundheitsbedürfnisse geht.

Über BWBR

BWBR umfasst ein Expertenteam aus den Bereichen Architektur, Innenarchitektur, Planung und Forschung, das sich mit dem Verhalten von Menschen und Organisationen beschäftigt. Seit fast einem Jahrhundert trägt das Unternehmen mit ansprechenden und stärkenden Räumen zur Verbesserung von Alltag, Arbeit, Gesundheit, Bildung, Religion und Freizeit bei. BWBR lässt das Design für sich sprechen und verändert mit seinen außergewöhnlichen Umgebungen das Leben.

Über den Autor

Wenn Cara nicht gerade Texte schreibt oder mehr über die Arbeitsabläufe von Kunden lernt, findet man sie in 4.000 Meter Höhe auf einem Berggipfel, auf den Skipisten von Colorado oder auf ihrer Couch, wo sie Netflix-Sendungen anschaut.

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